Alles, was Sie wissen müssen, bevor Sie Ihr Ferienhaus kurzfristig vermieten

Reisen liegt weltweit im Trend und dank der sozialen Medien sind selbst die entlegensten Orte inzwischen interessante Ziele für kurze Auszeiten vom Alltag geworden. Dieses neue Reiseverhalten, fernab von Hotels und Ferienanlagen hat auch die private, kurzfristige Vermietung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern forciert.

Ferienimmobilien bieten nicht nur mehr Platz für ganze Familien und mehr Raum für persönliche Freiheit, sie sind auch an den entlegensten Orten zu finden und bieten dem Reisenden eine kostengünstige Alternative. Allerdings bringt die Privatvermietung auch so manchen umstrittenen Punkt aufs Tapet. Hotels sind verärgert über die attraktive Konkurrenz und Gelegenheitsvermieter versäumen es oft, ihren steuerlichen Pflichten nachzukommen und bringen somit einen negativen Wind in die Branche.

Auf der anderen Seite ist es durchaus als ökonomisch zu betrachten, dass im Sinne von „shared economy“ die Nutzung des Eigenheims mit anderen geteilt wird. Eine klassische Win-win-Situation, wenn es von dieser Seite betrachtet wird. Denn warum sollte selten genutzter Wohnraum leer stehen und nicht auch anderen zur Verfügung gestellt werden?

Selbstverständlich ist es attraktiv, nebenbei etwas Geld zu verdienen und letztendlich profitiert auch der Gast, der die Möglichkeit hat, eine Unterkunft, die seinen persönlichen Vorstellungen entspricht, kurzzeitig und preisgünstig zu mieten. Tatsächlich gibt es einen gewissen Graubereich für die Kurzzeitvermietung. Informieren Sie sich umfassend, bereits bevor Sie beginnen, kurzfristig zu vermieten, damit es dann kein böses Erwachen gibt.

1 Was ist der Unterschied zwischen langfristig und kurzfristig vermieten?

Oftmals stehen Inhaber von Immobilien vor der Entscheidung, ob Sie lieber langfristig oder kurzfristig vermieten sollen. Es gibt für beide Varianten Für und Wider und hängt im Wesentlichen auch davon ab, wo sich die Immobilie befindet. Doch wo besteht nun der Unterschied und was sind Vor- bzw. Nachteile?

Ganz klar, der größte Unterschied liegt in der Länge der Vermietungsdauer. Zu der kurzfristigen Vermietung werden Vermietungen einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses für einige Wochen oder auch nur einzelne Nächte gezählt. Die maximale Dauer darf den Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreiten. Die Unterkunft ist möbliert, die Verrechnung erfolgt nach Zeitraum. Im Gegensatz dazu bezieht sich die langfristige Vermietung auf eine Zeitspanne von ab sechs Monaten bis zu mehreren Jahren. Üblicherweise wird die Miete dabei monatlich vom Mieter an den Vermieter gezahlt, nebenbei muss der Mieter auch die Betriebskosten übernehmen.

Es gibt viele Vorteile, die für die Langzeit- aber auch für die Kurzzeitvermietung sprechen. Wichtig ist, dass Sie die Form finden, die Ihren Ansprüchen am meisten entspricht.

1.1 Vorteile kurzfristiger Vermietung

Wer seine Ferienimmobilie kurzfristig vermieten will, kann zur privaten Eigennutzung von Phasen profitieren, in denen die Ferienwohnung oder das Ferienhaus nicht vermietet ist. Die Eigennutzung ist sogar steuerbar durch das Blockieren gewünschter Perioden.

Da sich Ihre Gäste nur für kurze Zeiträume in Ihrer Immobilie aufhalten und diese danach gründliche gereinigt wird, können Sie auch von geringerem Verschleiß ausgehen. Wer zu Gast ist, bemüht sich auch mehr, die gemietete Unterkunft in Ordnung zu hinterlassen.

Durch die Kurzzeitvermietung haben Sie nicht nur ein attraktives Nebeneinkommen. Wenn Sie es geschickt anstellen, ist der Profit auch weitaus höher, als bei Langzeitvermietung. Letztendlich geht es auch um „sharing economy“, ein Umstand in unserer Gesellschaft, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

1.2 Nachteile kurzfristiger Vermietung

Um langfristig gut kurzfristig vermieten zu können, sind Sie auf gute Bewertungen angewiesen. Das heißt, dass Sie sich um gründliche Reinigung und regelmäßige Instandhaltung bemühen müssen. Von Zeit zu Zeit müssen Einrichtungsgegenstände vielleicht ausgetauscht oder modernisiert werden. Zudem haben Sie keine Garantie für regelmäßiges Einkommen.

Viele Ferienimmobilien sind in den Hochsaisonen ein Selbstläufer, stehen in den Zwischensaisonen aber leer. Um dem entgegen zu wirken, bedarf es einer guten und gezielten Marketingstrategie. Dies gilt auch für den Wettbewerb mit benachbarten Betrieben. Falls sich Ihre Ferienimmobilie in einem touristisch stark frequentiertem Bereich befindet, sollten Sie sich überlegen, wie Sie sich von Mitbewerbern abheben können, um am Markt attraktiv zu erscheinen.

Zu guter Letzt bedeutet Kurzzeitvermietung natürlich auch einen erhöhten Verwaltungs- und Organisationsaufwand. Dies reicht vom Marketing über Rechnungsstellung, Gästebetreuung, Bewertungsmanagement bis zur Steuererklärung.

Wer alles alleine bewerkstelligen will, hat schnell einen Fulltimejob um alle Bereiche gut abdecken zu können.

1.3 Vorteile langfristiger Vermietung

Sollten Sie sich dazu entschieden haben, Ihre Immobilie langfristig zu vermieten, haben Sie sich dafür ein regelmäßiges Einkommen generiert. Zusätzlich zur Miete ist der Mieter verpflichtet, die Betriebskosten, die in der Regel entweder quartalsmäßig oder jährlich abgerechnet werden, zu zahlen. Dies bedeutet in erster Linie eine wesentlich geringere Fluktuation und somit auch viel weniger Verwaltungsaufwand.

Das gesamte Marketing fällt weg, da im Normalfall eine Langzeitmiete oft sogar mehrere Jahre beträgt. Erst wenn der Mieter auszieht, müssen Sie sich um einen neuen Mieter umsehen. Für Langzeitmiete ist es auch nicht notwendig, die Wohnung zu möblieren, weil Ihr Mieter seine Möbel höchstwahrscheinlich selbst mitbringt. Für Ihre Absicherung zur Instandhaltung der Immobilie können Sie eine höhere Summe an Mietkaution verlangen.

1.4 Nachteile langfristiger Vermietung

Selbstverständlich ist es bei langfristiger Vermietung nicht möglich, die Immobilie zwischendurch mal selbst zu nützen. Schwieriger ist es dementsprechend auch, die Instandhaltung der Immobilie zu kontrollieren. Bei Kurzzeitvermietung kann die Ferienimmobilie nach jeder Abreise kontrolliert werden. Bei Langzeitvermietung ist es wesentlich schwieriger, zwischendurch die Wohnung zu betreten und bedarf triftiger Gründe. Für Mieter gibt es einen starken Schutz durch das Mietrecht. Langzeitvermietung bringt auch hohe Verbindlichkeiten mit sich, deshalb sollten Sie sich vor Beginn einer längeren Vermietung auf jeden Fall sehr genau über Rechte und Pflichten des Mieters und des Vermieters informieren.

 2 Was sollten Sie vor Beginn der Vermietung Ihrer Ferienwohnung beachten?

2.1 Gewerbliche oder Privatvermietung

Als Erstes stellt sich die Frage, ob Ihre Unterkunft privat oder gewerblich vermietet werden soll? Dies lässt sich aufgrund der gesetzlichen Auflagen meist ganz schnell beantworten.

In Österreich müssen die vermieteten Wohnräume Bestandteil der Wohnung des Vermieters sein und der Vermieter muss an diesem Standort seinen Hauptwohnsitz haben. Es dürfen nicht mehr als 10 Betten angeboten werden und die Betreuung der Gäste darf nur von Mitgliedern des eigenen Hausstandes als Nebenbeschäftigung erledigt werden. Generell gilt, dass Sie als Vermieter auch Eigentümer sein müssen.

Sollten diese Punkte nicht erfüllt sein, muss die Vermietung gewerblich gemeldet werden. Um sicherzugehen, welche Auflagen in Ihrer Gegend gelten, sollten Sie sich am zuständigen Gewerbeamt ausführlich über die geltenden Bestimmungen informieren.

2.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen

Ebenso ist es wichtig, sich über gesetzliche Rahmenbedingungen in der jeweiligen Region zu informieren. Bürgern aus dem gesamten EU-Raum ist es gestattet, eine Immobilie in Österreich zu erwerben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Verwendung als Freizeitwohnsitz genehmigt ist. Die Nutzung einer Immobilie als Freizeitwohnsitz unterliegt strengen Bestimmungen und muss entsprechend genehmigt werden.

Grundsätzlich unterliegt die Vermietung von Ferienunterkünften unterschiedlichen Bestimmungen. Manche davon gelten für ganz Österreich, manche nur für bestimmte Bundesländer. Am besten informieren Sie sich bei der jeweiligen Gemeinde über die rechtlichen Bestimmungen in Ihrer Region.

2.3 Meldung beim Finanzamt und beim Tourismusverband

Als Vermieter sind Sie prinzipiell steuerpflichtig, wobei es steuerlich einen Unterschied macht, ob sie gewerblich oder privat vermieten und natürlich auch, wie hoch der jährliche Umsatz ist. In jedem Fall sind Sie verpflichtet, Ihre Einnahmen aus Vermietung beim Finanzamt anzugeben und eine Steuererklärung am Finanzamt abzugeben.

Ebenso muss Ihre Ferienunterkunft die gesetzliche Meldepflicht erfüllen. Das bedeutet, dass die Ankunft und Abreise des Gastes beim Tourismusverband meldepflichtig ist und pro Person und pro Nacht eine Ortstaxe zu entrichten ist.

Diese Meldung kann mithilfe eines Gästeblattes handschriftlich oder elektronisch erfolgen. Genauere Informationen über die Handhabung in Ihrer Region erhalten Sie beim örtlichen Tourismusverband oder der Gemeinde.

2.4 Sicherheitsbestimmungen

Grundsätzlich gilt für Sicherheitsbestimmungen das gleiche wie für gesetzliche Bestimmungen. Die Sicherheitsauflagen können von Land zu Land und sogar von Bundesland zu Bundesland abweichend sein.

Unabhängig davon empfiehlt sich auf jeden Fall, dass in jeder Ihrer Unterkünfte ein Feuerlöscher zur Verfügung steht. Selbstverständlich muss dieser jährlich gewartet werden und sollte leicht zugänglich platziert sein. Lebensrettend und deshalb unumgänglich ist die Montage von Rauch- und Kohlenmonoxidmeldern. Stellen Sie auch ein Erste-Hilfe-Set für Notfälle zur Verfügung und vergessen Sie nicht, Ihre Gäste über Notfallnummern für Rettung, Feuerwehr, Polizei aber auch für den nächsten Arzt oder das nächste Krankenhaus zu informieren.

Achten Sie auch darauf, dass sich Ihr Ferienhaus oder die Ferienwohnung gut verschließen lässt und Sie über eine gute Außenbeleuchtung verfügen.

Im Winter muss darauf geachtet werden, dass Zufahrten und Zugänge nicht vereist und schneefrei sind.

2.5 Zielgruppe

Bereits vor der Erstellung Ihres Inserats sollten Sie sich im Klaren sein, welche Art von Zielpublikum Sie gezielt ansprechen wollen. Es ist kein Vorteil, wenn Sie möglichst alle Zielgruppen ansprechen möchten. Im Gegenteil, das könnte sogar zu einer geringeren Auslastung führen. Die Richtung der Zielgruppe kann durch Faktoren wie Lage, Ausstattung und Größe vorgegeben sein. Aufgrund eventuell vorhandener Charakteristika kann eine bestimmte Gäste-Zielgruppe abgeleitet werden. Dabei spielen neben Lage, Ausstattung und Größe auch die Anzahl und Art der Zimmer, die Bettenanzahl und Extras wie Pool, Sauna, vorhandene Fahrräder, Freizeitraum etc. eine Rolle.

Klären Sie bereits vor der Erstellung eines Inserats, ob Hunde erlaubt sind, ob die Unterkunft behindertengerecht ist oder geeignet für Familien. Verfügt Ihr Ferienhaus über einen großen Garten und können Sie evt. Spiele oder Bücher zur Verfügung stellen? Dann eignet sich das Objekt bestens für Familien. Der Zugang ist barrierefrei und es gibt keine Stufen? Dann sollten Sie vielleicht besonders Personen mit Behinderung und ältere Gäste ansprechen.

Der Fokus kann auch auf Kulturreisende, frisch Vermählte oder Erlebnisreisende gelegt werden. Wichtig ist eine klare Positionierung um die angesprochene Gruppe gezielt erreichen zu können.

2.6 Einrichtung

Von der Masse abheben, individuell sein, etwas Besonderes bieten, ein wesentlicher Faktor dafür ist die Gestaltung und Einrichtung Ihrer Ferienwohnung. Wenn Sie sich nicht auf ein „Publikum de luxe“ fokussiert haben, ist es absolut nicht notwendig, Ihre Ferienwohnung ausschließlich mit Markenware vom Teuersten einzurichten oder die gesamte Einrichtung in Handarbeit vom Tischler herstellen zu lassen. Andererseits sollte die Ferienunterkunft auch nicht ein Sammelsurium ausrangierter Möbel sein. Ein Wohlfühlfaktor ist gegeben, wenn sich ein Stil durch die gesamte Wohnung zieht, der kann mitunter auch mal etwas ausgefallen sein, weil Sie sich dadurch von der Masse etwas abheben und den Blick des Gastes schon bei der Ansicht der Fotos auf sich ziehen. Wichtig ist natürlich eine hohe Strapazierfähigkeit der Einrichtung und die unkomplizierte Reinigung. Verzichten Sie deshalb lieber auf Materialien, die eine besondere Pflege brauchen oder schwer zu ersetzen sind.

Für weitere Tipps zur Einrichtung Ihres Ferienhauses lesen Sie bitte unseren Artikel

3 Wie können Sie Ihre Ferienwohnung kurzfristig vermieten?

Sie haben sich entschieden, Ihre Ferienunterkunft an Gäste zu vermieten. Je nachdem, wie vertraut Sie bereits mit den Abläufen der Vermietung sind, sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie bei der einen oder anderen Aufgabe Hilfe brauchen oder professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen wollen? Unterstützungsmaßnahmen reichen vom „All-in one Service“ bis zur Inanspruchnahme von Hilfen einzelner Abläufe.

Sind Ihre Möglichkeiten begrenzt, etwa weil Sie zu weit weg wohnen oder beruflich sehr eingespannt sind, bietet sich die Kontaktaufnahme zu einer Vermieteragentur an. Einige dieser Agenturen übernehmen die Vollverwaltung und kümmern sich von der Erstellung des Inserates über Buchungen, Inkasso, Gästebetreuung, Schlüsselübergabe bis zur Reinigung und dem Bewertungsmanagement um alles. Dementsprechend ist für diesen Service ein prozentualer Betrag von den Einnahmen abzuziehen, der je nach Ausmaß unterschiedlich sein kann, in der Regel aber um die 20 – 30 % des Umsatzes beträgt. Dafür können Sie sich aber entspannt um andere wichtige Dinge in Ihrem Leben kümmern und sich monatlich über einen zusätzlichen Zahlungseingang auf Ihrem Konto freuen.

Manche Vermietungsagenturen übernehmen nur die Vermarktung und die Organisation Ihrer Buchungen. Die Organisation vor Ort bleibt dann bei Ihnen. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass die prozentualen Abgaben an die Agentur dadurch geringer sind, Sie haben auch Kontrolle über die Ankünfte und Abreisen und Sie lernen Ihre Gäste persönlich kennen. Beachten Sie aber, dass Sie zeitlich angebunden sind, da Sie den Gästen die Schlüssel übergeben müssen und sie auch in die Wohnung einweisen sollten. Zudem bleibt Ihnen die Belastung der Reinigung nach der Abreise, die ja auch das Waschen der Bettwäsche und die Entsorgung von Müll, kleiner Reparaturen etc. umfasst. Dafür müssen schon etliche Stunden einberechnet werden.

Wer sich die Reinigung ersparen will, kann auf die Hilfe einer Reinigungsfrau oder auch auf eine Reinigungsfirma zurückgreifen. Ist die Reinigungsfrau verlässlich und sauber, ist das eine wertvolle Unterstützung, die man gerne gut entlohnt.

Aber Achtung, vergessen Sie nicht, dass die Reinigungskraft angemeldet werden muss, die Ausgaben dafür wiederum können steuerlich geltend gemacht werden.

Bei Reinigungsfirmen könnte das Problem wechselnden Personals auftreten. Viele Reinigungsfirmen übernehmen aufgrund des erhöhten Aufwandes auch ungern die Reinigung von Ferienunterkünften.

Keine Frage, finanziell fahren Sie am besten, wenn Sie alles selbst übernehmen.

Das ist machbar, wenn Sie sich als Ferienwohnungsbesitzer nur auf das Betreiben Ihrer Ferienwohnung oder Ihres Ferienhauses konzentrieren können.

Bedenken Sie, dass sich die Organisation einer Ferienunterkunft schnell vom Nebenjob zum Full-Time-Job entwickeln kann.

Selbst, wenn Buchungsportale gute Hilfen geben und spezielle Software Ihre Buchungsportale verknüpfen kann. Der Aufwand, ständig bei den sich wechselnden Konditionen der Buchungsportale am Ball zu bleiben ist nicht zu unterschätzen. Zudem verlangt natürlich auch jedes Buchungsportal eine prozentuale Beteiligung oder sogar ein jährliches Fixum. Dazu kommt der Anspruch der Gäste auf ständige Erreichbarkeit, die Organisation von Buchungen, Stornierungen, Rechnungsstellung sowie Marketing, Steuererklärung und noch vieles mehr. Dafür braucht es schon eine gehörige Portion Organisationstalent und Freude an der Arbeit. Auf der anderen Seite wird Ihr Engagement entlohnt durch schöne Begegnungen mit vielen verschiedenen Gästen und natürlich einem erfreulichen Neben- oder sogar Haupteinkommen.

4 Welche Buchungsplattformen können Sie für die Kurzzeitvermietung verwenden?

Nachdem Sie sich entschieden haben, Ihre Ferienwohnung oder Ihr Ferienhaus kurzzeitig zu vermieten, sollten Sie sich nach passenden Buchungsplattformen umsehen, um Ihre Ferienunterkunft bestmöglich anzubieten. Inzwischen gibt es unzählige Buchungsplattformen. Einige davon sind weltweit bekannt, andere sind nur regional tätig oder haben sich auf ein bestimmtes Klientel spezialisiert. So finden Sie etwa Buchungsplattformen, die sich auf die Vermietung von Berghütten spezialisiert haben, andere auf die Nord- und Ostsee und wieder andere auf Urlaub mit Hunden. Grob unterscheiden kann man Buchungsplattformen, die per Jahresbeitrag bezahlt werden und solche, mit provisionsbasiertem Inseratsmodell. Es ist sinnvoll, bereits im Vorfeld genau zu eruieren, was Ihre Buchungsplattform bieten kann. Hier werden im folgenden vier sehr bekannte Buchungsplattformen vorgestellt.

4.1 Booking.com

Eine der weltweit bekanntesten Buchungsplattformen ist wohl Booking.com. Diese Plattform hat sich vom kleinen niederländischen Start-up zu einem der weltweit größten Reiseunternehmen entwickelt und besteht seit 1996. Booking.com verfügt über 28 Millionen eingetragener Ferienunterkünfte, darunter sind Hotels, Ferienwohnungen, Ferienhäuser und andere besondere Unterkünfte. Booking.com steht Anbietern und Gästen in 43 Sprachen zur Verfügung.

Unterkunftanbieter können ihre Produkte anbieten, Plattformnutzer können dann eine Buchung vornehmen. Der Gast steht in direktem Vertragsverhältnis mit dem Anbieter der Ferienunterkunft, Booking.com sendet im Namen des Unterkunftanbieters eine Mail zur Buchungsbestätigung. Die Plattform kümmern sich auch um die Zahlung des Buchungsbeitrages, dafür stellt Booking.com verschiedene Zahlungsmethoden wie Banküberweisung, Kreditkartenzahlung oder andere Online-Zahlungen zur Verfügung.

Der Unterkunftanbieter wiederum zahlt eine Kommission an Booking.com. Diese Kommission besteht aus einem Prozentsatz des Produktpreises und wird bezahlt, nachdem der Gast das Produkt in Anspruch genommen hat. Vorteile dieser Buchungsplattform sind, dass die Handhabung für den Unterkunftanbieter sowie für den Plattformnutzer sehr einfach ist. Der Vermieter hat diverse Wahlmöglichkeiten, wie streng er beispielsweise Stornierungsbedingungen einstellen möchte oder welche Art der Zahlung er bevorzugt. Ein Nachteil ist, dass Booking.com keine Auswahlmöglichkeit zulässt, ob Sie mit dem Mieter einverstanden sind oder nicht. Außerdem werden dem Unterkunftanbieter seine Einnahmen erst Mitte des Folgemonats auszahlt, was zur erheblichen Verzögerung der Zahlung führen kann.

4.2 VRBO

Vormals unter dem Namen „Home Away“ bekannt, ist die seit 1995 bestehende Buchungsplattform jetzt unter dem Namen VRBO in 190 Ländern tätig.

Wie auch bei allen anderen Anbietern von Buchungsplattformen wird es Anwendern leicht gemacht, Ihre Unterkunft zu präsentieren. Das Programm führt Sie durch den gesamten Ablauf, der Vermieter muss lediglich die Details bezüglich seiner Unterkunft eintragen. Preise können selbst gewählt werden und Fotos werden aus Ihrem Privatbestand hochgeladen.

Bei dieser Buchungsplattform können Sie wählen zwischen einem Inseratsmodell mit jährlicher Zahlung oder einem provisionsbasiertem Inseratsmodell. Für provisionsbasierte Inserate bestehen keine Vorauskosten und insgesamt mehr Flexibilität, weil nur Buchungen angenommen werden müssen, mit denen Sie einverstanden sind. Der potenzielle Gast kann im Vorfeld direkt Kontakt aufnehmen und offene Fragen klären. Der Vermieter seinerseits kann nach der Anfrage entscheiden, ob er der Anfrage des Interessenten zustimmt.

Auch VRBO bietet diverse Zahlungs- und Stornierungsbedingungen, die der Vermieter selbst festlegen kann. Sollte es Probleme mit dem Gast geben, empfiehlt VRBO vorerst, sich selbst um das Anliegen zu kümmern. Sollte keine Einigung gefunden werden, bietet das Unternehmen Hilfe über den Vermieterservice an. Sobald die Buchung mittels Zahlung fixiert wurde, können Vermieter und Gast sich direkt per Telefon kontaktieren. VRBO wirbt damit, eine der sichersten Internetseiten weltweit zu sein. Die Auszahlung erfolgt 3–4 Tage nach Anreise des Gastes. Dies ist im Vergleich zu anderen Buchungsplattformen sehr früh und dementsprechend ein großer Pluspunkt.

4.3 Airbnb

Airbnb wurde aus einer privaten Idee heraus geboren. Die 3 Gründer vermieteten während einer Konferenz im Jahr 2007 in St. Francisco, als kein Hotelzimmer mehr zu bekommen war, Schlafmöglichkeiten in ihrer privaten Wohnung. Daraus entstand das Geschäftsmodell von Airbnb, das zum Ziel hatte, weltweit Gastgeber für Unterkünfte zu finden. Airbnb ist seit dem von zwei Unterkünften in St. Francisco auf über 4 Millionen Hosts weltweit gewachsen und hat dieses Jahr auch den Sprung an die Börse geschafft.

Auf der Internetseite von Airbnb gibt es detaillierte Informationen über Sicherheit und Schutz von Gastgebern oder über Steuern und Gesetzte. Auch diese Buchungsplattform führt Sie automatisch durch die Inseratserstellung, auf der Sie Ihre Fotos, Kalender- und Buchungseinstellungen und Details zur Unterkunft bekannt geben können. Airbnb regelt die Rechnungsstellung und Zahlung mit dem Gast und übermittelt die Summe abzüglich der prozentualen Provision bereits wenige Tage nach Ankunft des Gastes an den Vermieter. Bei Airbnb werden keine Buchungen ohne Ihr Einverständnis vorgenommen, soweit Sie das nicht wünschen.

4.4 Traumferienwohnung

Diese Buchungsplattform ist seit 20 Jahren mit über 30.000 Gastgebern und 98.000 Unterkünften am Markt. Traumferienwohnung.de bietet keine Zahlung über Buchungsprovisionen an, das Konzept beruht darauf, einen monatlichen Beitrag zu bezahlen. Dafür garantiert Traumferienwohnung.de zehn Buchungsanfragen für das erste, laufende Jahr. Sollte dies seitens der Plattform nicht erfüllt werden, erhält der Kunde die Inseratsgebühr zurück. Gastgeber verwalten ihre Inserate selbst und haben dementsprechend auch die Kontrolle zur Auswahl ihrer Gäste. Buchungsanfragen sind vorerst unverbindlich und werden nach Kontrolle und Zustimmung erst in einem zweiten Schritt verbindend. Die Zahlungsabwicklung erfolgt direkt vom Gast zum Vermieter. Traumferienwohnung.de übernimmt keine Vermittlerfunktion.

5 Was können Sie mit Ihrer Ferienwohnung verdienen?

Ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung sind nicht nur wunderbar, um jederzeit in Ihrem Lieblingsgebiet Urlaub machen zu, es ist auch eine sehr beliebte Anlage. Zusätzlich bietet eine Ferienimmobilie die Möglichkeit, in den Zeiten, in denen Sie die Ferienunterkunft nicht nützen, sie zu refinanzieren.

Falls Sie ein Ferienhaus in einer beliebten Gegend besitzen, ist es sogar möglich, die Unterkunft ganzjährig zu vermieten und dabei auch eine Wertsteigerung zu erwirken.

Achten Sie bei der Ausstattung darauf, dass sich Ihre Unterkunft auch in der Zwischensaison gut vermarkten lässt.

Ein Ferienhäuschen in den Bergen etwa ist nicht nur attraktiv während der Wintersaison zum Schifahren oder im Sommer zum Wandern. Auch der Herbst, in dem vielleicht vergleichsweise wenig Tourismus herrscht, kann es ein gefragter Rückzugsort sein mit einem gemütlichen Kachelofen und evt. einer Sauna im Haus.

Außerdem können viel Anschaffungs- und Erhaltungskosten steuerlich abgesetzt werden. Allerdings sollte immer auch ins Auge gefasst werden, dass Vermietung einen hohen Aufwand bedeutet, der viele Aufgaben mit sich bringt. Permanente Mieterwechsel bergen auch ein gewisses Risiko, etwa höhere Instandhaltungskosten und ungewisse Einnahmen, bedingt durch Stornierungen oder Nebensaisonen.

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung zu kaufen und als Kapitalanlage zu nützen, achten Sie auf die Lage, die Ausstattung und die Möglichkeiten zur Auslastung der Immobilie.

Die laufenden Kosten für den Betrieb einer Ferienunterkunft sollten im Vorfeld gut berechnet werden, da kann einiges zusammen kommen. Denken Sie an die Kosten für Mobiliar, an Betriebskosten, Reinigungs- und Wartungskosten, laufende Kosten wie etwa für Internet oder Fernsehgebühren, Marketingkosten und Provisionsgebühren bei Onlineportalen und gegebenenfalls Personalkosten sowie Umsatz- und Gewerbesteuer.

Um eine aussagekräftige Kosten-Nutzen-Rechnung zu erstellen, erkundigen Sie sich bei Mitbewerbern über die größten Ausgaben und die Mietpreise in Ihrer Umgebung. Mietpreise können auch beim Tourismusverband erkundet werden.

Professionelle Vermietungsagenturen erstellen ebenfalls Kalkulationen, die Ihnen einen Überblick über Einnahmemöglichkeiten geben kann und Ihr Steuerberater kann Ihnen wertvolle Hinweise und Hilfestellungen geben, um den für Slie bestmöglichen Weg zu finden.

Generell gilt, je professioneller Sie ihre Ferienimmobilie vermieten, desto höher der Gewinn.

Generell betrachtet bringt kurzfristige Vermietung sowohl Vorteile als auch Nachteile. Es kann als Vorteil gesehen werden, dass Mieter von vornherein nur über einen begrenzten und kurzen Zeitraum anwesend sind. Das gibt dem Eigentümer die Möglichkeit regelmäßiger Kontrolle über die Immobilie und die Möglichkeit zur Eigennutzung. Langzeitmiete bringt zwar ein regelmäßiges Einkommen, bei lukrativer Nutzung und dementsprechenden Marketing kann der Profit in der Kurzzeitmiete aber wesentlich höher sein. Allerdings muss eine Ferienwohnung auch möbliert werden, regelmäßig gereinigt und instand gehalten werden. Zudem kommt ein höherer Verwaltungs- und organisatorischer Aufwand.

Bei Kurzzeitmiete sollte von vorneherein geklärt sein, ob es sich um Privatvermietung oder eine gewerbliche Vermietung handelt. Dabei muss sich der Vermieter an gesetzliche Rahmenbedingungen halten. Zudem sind diverse Sicherheitsbestimmungen wie Brandschutz- oder Erste-Hilfe-Maßnahmen zu beachten. Auch für die kurzfristige Vermietung muss eine Meldung beim Finanzamt und beim Tourismusverband vorgenommen werden. Wer selbst nicht genügend zeitliche Ressourcen hat, kann sich Gedanken darüber machen, ob er den Service einer Vermietungsagentur in Anspruch nehmen will. Dies bedeutet zwar, dass ein prozentualer Betrag vom Umsatz bezahlt werden muss, dafür kann der Großteil der doch recht zeit- und energieintensiven Verwaltungsarbeit abgegeben werden. Zusätzlich entfällt kein Aufwand für Marketing, auch die Reinigung kann von vielen dieser Agenturen mit übernommen werden.

Wer sich entscheidet, vorerst doch alles selbst zu organisieren, bekommt auch von diversen Buchungsplattformen allerlei Hilfestellungen. Allerdings bedeutet das eine intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Plattformen, da jede Buchungsseite ihre speziellen Angebote und Abläufe hat. 

Außer den bekanntesten und gängigsten Plattformen gibt es noch hunderte kleinere und spezialisierte Plattformen, etwa für bestimmte Regionen, Reisen mit Hund, Urlaub in Berghütten oder Baumhütten u. v. m.. In jedem Fall kann die kurzzeitige Vermietung ein schönes Neben- oder sogar Haupteinkommen sein. Es ist aber zu empfehlen, sich gründlich mit sämtlichen Details und Abläufen im Vorfeld auseinanderzusetzen. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, so viele Hilfen und so viele Arten von Kurzzeitvermietung. Wenn Sie Ihren richtigen Weg finden, wird es Ihnen sehr viel Freude bereiten, Ihre Ferienimmobilie kurzfristig zu vermieten.